Allgemeine Informationen für Deutschland. Zins- und Angebotsangaben hängen vom Veröffentlichungsstand und den aktuellen Bankunterlagen ab. Persönliche Voraussetzungen und steuerliche Regeln können sich unterscheiden.

Beim Vergleich von Festgeldangeboten reicht der angegebene Jahreszins nicht aus, um die Zinsgutschrift zu bestimmen. Die Zinsgutschrift hängt außerdem davon ab, wie viele Tage verzinst werden, welche Jahresbasis gilt und wann die Gutschrift erfolgt.

„Taggenau“ heißt, dass bei der Zinsberechnung die einzelnen Tage zählen. Der Begriff allein legt aber nicht fest, wie genau gerechnet wird. Welche Methode für dein Festgeld gilt, steht in den Vertrags- und Produktunterlagen des Angebots.

Formel für Festgeldzinsen

Für eine einfache Zinsberechnung gilt:

Zinsen = Anlagebetrag × Jahreszinssatz × Zinstage / Jahresbasis

Die Zinstage geben an, wie viele Tage verzinst werden; mit der Jahresbasis teilst du durch eine Tageszahl. Je nach Vereinbarung beträgt sie 360 oder 365 Tage. Bei einer Methode, die das Schaltjahr berücksichtigt, beträgt sie 365 oder 366 Tage.

Drei verbreitete Bezeichnungen helfen bei der Einordnung:

Methode Grundprinzip Was du prüfen solltest
ACT/ACT Gezählt werden tatsächliche Kalendertage. Die Jahresbasis richtet sich nach dem Jahr und kann 365 oder 366 Tage betragen. Wie die Bank Zeiträume über einen Jahreswechsel oder den 29. Februar berechnet.
ACT/360 Gezählt werden tatsächliche Kalendertage, geteilt wird aber durch 360. Dass tatsächliche Zinstage und Jahresbasis unterschiedliche Größen sind.
30/360 Für die Berechnung werden Monate typischerweise mit 30 Tagen und das Jahr mit 360 Tagen angesetzt. Wie die Vertragsbedingungen Beginn und Ende des Zeitraums behandeln.

Die Kürzel helfen dir, die Zinsmethode einzuordnen. Verbindlich ist die Definition in den Bedingungen deines Festgeldes.

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KI-generiertes Symbolbild, keine dokumentarische Aufnahme

Wie die Jahresbasis den Zinsbetrag verändert

Wenn Anlagebetrag, Zinssatz, Zeitraum, Zinstage und Jahresbasis in den Vertragsunterlagen stehen, setzt du diese Werte in die Formel ein. Bei gleicher Anlage, gleichem Zinssatz und gleicher Tageszählung führt eine andere Jahresbasis zu einem anderen Zinsbetrag. Zählung und Rundung richten sich nach dem Vertrag. Die Rechnung zeigt Bruttozinsen; Steuern sind nicht berücksichtigt.

Was im Vertrag stehen muss

Neben der Methode selbst solltest du die Zinstage und den Zeitraum prüfen. Entscheidend ist, ob der erste oder letzte Anlagetag mitzählt. Prüfe auch, wie die Bank ein Laufzeitende am Wochenende behandelt. Beachte außerdem die geltenden Regeln für Schaltjahre. Ein Kürzel wie ACT/ACT beantwortet diese Einzelheiten nicht in jedem Fall.

Die Unterlagen hängen auch davon ab, wo du das Festgeld abschließt. Bei einem Angebot über eine Plattform können andere Produktunterlagen gelten als bei einem direkten Abschluss bei der Bank. Die Deutsche Bank weist für ihren ZinsMarkt darauf hin: Die jeweilige Anlagebank berechnet die Zinsen. Die Methode steht im Produktinformationsblatt des Angebots. Prüfe deshalb die Unterlagen, die zu genau deinem Abschluss gehören, sowie die Vertragsbestätigung.

Was Gesetze und Beispiele zeigen

§ 488 BGB legt grundlegende Pflichten aus einem Darlehensvertrag fest und regelt, wann Zinsen zu zahlen sind, sofern nichts anderes vereinbart ist. Die Vorschrift schreibt keine bestimmte Methode wie ACT/ACT oder ACT/360 vor. § 246 BGB nennt einen gesetzlichen Zinssatz von 4 Prozent pro Jahr, sofern nichts anderes bestimmt ist. Dieser gesetzliche Satz ist nicht mit dem angebotenen Festgeldzins gleichzusetzen.

Beispiele einzelner Banken gelten nur für die genannten Produkte und Zeiträume. Die Akbank beschrieb in ihrer abrufbaren Festgeld-FAQ zum Stand 3. November 2026 eine Berechnung mit tatsächlichen Monatstagen und 365 beziehungsweise 366 Tagen im Jahr. Das Inbank-Produktinformationsblatt vom 10. Mai 2024 nennt ACT/ACT und jährliche Kapitalisierung. Für Anlagen vor dem 17. Februar 2023 beschreibt es dagegen ACT/360 und eine Zinszahlung am Laufzeitende. Dieses Beispiel zeigt, warum ein älteres Produktblatt keine verlässliche Aussage für einen heutigen Neuabschluss liefert.

Die Deutsche Bundesbank nennt ACT/ACT und ACT/360 in den Emissionsbedingungen für bestimmte Bundeswertpapiere. Zu den betroffenen Papieren zählen Bundesanleihen und Bundesobligationen. Die Regeln gelten auch für Bundesschatzanweisungen und unverzinsliche Schatzanweisungen. Sie legen nicht die Methode für einen privaten Festgeldvertrag fest.

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Zinsgutschrift und Zinseszins

Die Tageszählung beantwortet, wie viel Zins für einen Zeitraum anfällt. Außerdem kommt es darauf an, wann die Bank den Zins gutschreibt und ob sie ihn anschließend mitverzinst. Eine jährliche Gutschrift mit weiterer Verzinsung kann zu einem Zinseszinseffekt führen. Wenn die Bank die Zinsen erst am Laufzeitende auszahlt, werden sie während der Laufzeit nicht auf dieselbe Weise mitverzinst.

§ 248 BGB enthält Regeln zum Zinseszins. Für die konkrete Gutschrift bei deinem Festgeld sind trotzdem die vereinbarten Bedingungen maßgeblich. Prüfe dort, ob Zinsen jährlich, in anderen Abständen oder erst am Laufzeitende gutgeschrieben werden und ob sie auf dem Festgeld bleiben.

So vergleichst du Angebote

Lies im Produktinformationsblatt und in den Vertragsbedingungen nach der Zinsmethode, der Jahresbasis und der Behandlung von Anfangs- und Endtag. Vergleiche außerdem den Zeitpunkt der Zinsgutschrift und eine mögliche Wiederanlage der Zinsen. Nutze für den Vergleich denselben Anlagebetrag und dieselbe Laufzeit und achte darauf, dass die Unterlagen zur tatsächlichen Bank und zum gewählten Abschlussweg gehören.

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